Erste wichtige Schritte auf diesem Weg zu einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen waren für mich noch während meiner Arbeit in der Physiotherapie die abgeschlossenen Ausbildungen zur Bobath-Kindertherapeutin und Motopädin. Während meiner Zeit als Physiotherapeutin und Motopädin bei der Bremisch Evangelischen Kirche (1989 – 1996) sind mir vor allem meine Lehrtätigkeit zum Themenbereich der Psychomotorik sowie meine mehrjährige Mitarbeit im Projekt Integrationskindergärten von Prof. Dr. Georg Feuser der Universität Bremen als prägende Stationen beruflicher Entwicklung sehr präsent geblieben. Die körperlich nicht aufgezwungene, sondern spielerisch angeregte Bewegung des jungen Organismus ist in der Arbeit mit Babys und Kindern mein therapeutisches Credo. Auf diese Weise erlebt das Kind Therapie als integriertes Element seiner ihm liebevoll zugewandten sozialen Umwelt.

Durch meine Ausbildung in Gestaltpsychotherapie mit ihren praktischen Verbindungen insbesondere zu Bioenergetik und Zen-Meditation – Meditation hier verstanden als Selbstklärungstechnik für Therapeuten/innen – erweiterte ich nicht einfach nur mein therapeutisches Repertoire, sondern bildete mein professionelles Verständnis einer ganzheitlichen Sicht auf den Menschen insgesamt nachhaltig aus.

Körper, Geist und Seele, Mensch, Umwelt und Natur, alles miteinander untrennbar verwoben. Dies ist eine Tatsache, die mich als Person auch ethisch anspricht. Ich bin seit langer Zeit berührt durch die konfessionsfreie Achtsamkeitspraxis und Philosophie des buddhistischen Mönchs, Zen-Meistes und pazifistischen Freiheitsaktivisten Thich Nhât Hanh. Die aus der Übung in der Praxis der Achtsamkeit für mich persönlich resultierende Haltung und Einsicht erlebe ich als wundervolle Bereicherung in meinem Leben, beruflich wie privat. Ich bin seit über zwanzig Jahren mit großer Freude in der Leitung von Achtsamkeitstagen und Meditationsgruppen engagiert.

Heute bildet für mich die Osteopathie, die ich am College Sutherland in Hamburg abgeschlossen habe, das Zentrum für meine professionelle Arbeit. In der Osteopathie laufen die Fäden meiner beruflichen Ausbildung und Entwicklung zu einem Gewebe aus Erfahrung, fachlicher Kompetenz und Begeisterung für meinen Beruf zusammen.

Dank

Mein Dank gilt den wundervollen Menschen, die als meine LehrerInnen mit ihrer fachlichen Kompetenz und menschlichen Größe meine professionelle und persönliche Entwicklung entscheidend beeinflusst haben.

Meinen LehrerInnen Adriaan Oomen und Claire Neger verdanke ich den hingebungsvollen Beweis, dass in der Psychotherapie hohe Professionalität nur mit tiefer menschlicher Herzlichkeit nachhaltig wirksam werden kann. Ich bin ihnen als meinen Lehrtherapeuten in der Gestalttherapie von Herzen dankbar, mir diese Wahrheit so überzeugend vorgelebt zu haben, dass ich an ihr wachsen lernte.

Ich bedanke mich bei dem großartigen Lehrer und wundervollen Menschen Hugh Milne. Ihm verdanke ich die für meine Arbeit nachhaltig wirksame Erfahrung seines nichtinvasiven osteopathischen Ansatzes ‚Visionäre Craniosacralarbeit‘.

Mein besonders tief empfundener Dank gilt meinem verehrten Lehrer Akinobu Kishi Sensei. Die von ihm aus dem Shiatsu entwickelte Körpertherapie Seiki Soho habe ich während achtzehn Jahre mit unschätzbarem Gewinn von ihm und seiner Frau Kyoko Kishi erlernt. Die therapeutische Kunst des Seiki schöpft ihre heilsame Wirkung auf eine paradox anmutende Weise aus dem unvoreingenommen absichtslosen Sicheinlassen des Therapeuten auf die Lebendigkeit des Organismus. Die Lehrpraxis des Seiki Soho mit seinem ganzheitlichen Verstehen und seinem tiefen Wissen von den Möglichkeiten, die Selbstheilungskraft des menschlichen Organismus therapeutisch zu nutzen, ist von grundlegender Bedeutung für meine Arbeit in der Osteopathie geworden.

Die Achtsamkeitslehre des weisen Thich Nhât Hanh ist mir seit über fünfundzwanzig Jahren eine verlässliche Quelle der Inspiration und erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrnehmen und dabei persönlich zu Einsicht gelangen. Denn das Leben ist nur in der Gegenwart verfügbar und zugleich an Voraussetzungen gebunden. „Versäume nicht Deine Verabredung mit dem Leben“ (Thich Nhât Hanh) ist daher die Einladung, Achtsamkeit zu praktizieren und die Voraussetzungen des Lebens für alle Lebewesen zu bewahren.

Mit dem Leben aufs Ganze verbunden bin ich durch meine beiden Kinder. Sie sind mir die liebsten Lehrmeisterinnen. Ihre Lehre ist: Leben pur. | zurück

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